Oktober 27, 2025

Schweizer Immobilienmarkt 2025: Stabilität trotz Unsicherheiten – Was bedeutet das für Käufer und Verkäufer?

Schweizer Immobilienmarkt 2025: Stabilität trotz Unsicherheiten – Was bedeutet das für Käufer und Verkäufer?

Der Schweizer Immobilienmarkt hat sich im dritten Quartal 2025 als erstaunlich widerstandsfähig erwiesen. Trotz geopolitischer Turbulenzen, einer globalen Wirtschaft, die von vielen Unsicherheiten geprägt ist, und einer bevorstehenden Steuerreform bleiben die Preise stabil und das Transaktionsvolumen steigt. Doch was bedeutet diese Marktentwicklung für Käufer, Verkäufer und Investoren? Wie können sie von diesen Entwicklungen profitieren?

Moderates Wachstum: Immobilienpreise steigen weiter

Im dritten Quartal 2025 gab es für Schweizer Immobilienbesitzer keinen Grund zur Sorge: Die Preise stiegen moderat um +0.7%, sowohl bei Eigentumswohnungen als auch bei Einfamilienhäusern. Das hört sich vielleicht nicht nach einem rasanten Anstieg an, doch in einem so volatilen Markt sind solche stabilen Zuwächse durchaus bemerkenswert.

Was sind die grössten Gewinner?
In den grösseren Agglomerationen, wie Zürich (+1.2 legten die Preise deutlich zu. Vor allem in beliebten, urbanen Lagen scheint der Immobilienmarkt noch nicht gesättigt. Hingegen mussten Käufer in Genf (-0.4%) leichte Rückgänge hinnehmen, was zeigt, dass nicht jeder Teil des Marktes gleich dynamisch wächst.

Transaktionsboom: Ein klarer Anstieg an Verkäufen

Doch nicht nur die Preise steigen – auch die Zahl der Immobilienkäufe geht nach oben. Mit einem Anstieg von etwa +20% im Jahresvergleich verzeichnet der Schweizer Markt den höchsten Zuwachs an Transaktionen seit zwei Jahren. Das bedeutet: Immer mehr Menschen sehen jetzt als den richtigen Zeitpunkt, Immobilien zu kaufen oder zu verkaufen.

Was besonders auffällt: Der Markt entwickelt sich zunehmend von den grossen, etablierten Städten weg. Mittelgrosse Städte wie Bern und Lausanne erleben eine unerwartete Erholung. Dies könnte darauf hinweisen, dass Käufer zunehmend nach erschwinglicheren Alternativen suchen eine Entwicklung, die den gesamten Markt belebt.

Bautätigkeit: Ein Nachholbedarf, der Preise stützt

Trotz des Aufwärtstrends gibt es ein Problem: Der Wohnungsbau kann die Nachfrage nicht ganz decken. Die Zahl neuer Wohnungen ist zwar gestiegen, jedoch immer noch nicht genug, um die anhaltend hohe Nachfrage zu befriedigen. Und die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Bau von Neuwohnungen hinkt immer noch hinterher.

Für den Markt hat das eine direkte Auswirkung: Solange das Angebot nicht mithalten kann, werden die Preise auch weiterhin nach oben steigen. Der begrenzte Neubau könnte dazu führen, dass die Preistrends in den kommenden Jahren weiterhin stabil bleiben – und sogar noch anziehen.

Die Steuerreform: Ein neues Spielfeld für Käufer und Verkäufer

Vielleicht die grösste Veränderung auf dem Schweizer Immobilienmarkt 2025? Die Einführung einer neuen Steuerreform, die am 28. September 2025 in Kraft trat. Besonders die Abschaffung des sogenannten „Eigenmietwerts“ könnte die Spielregeln für Käufer und Verkäufer verändern.

Was ändert sich konkret?

Kurz gesagt, Haushalte mit weniger Schulden profitieren. Doch für Erstkäufer könnte die neue Regelung eine höhere steuerliche Belastung mit sich bringen, da die Abzugsfähigkeit von Hypothekarzinsen und Unterhaltskosten eingeschränkt wird. Auf der anderen Seite könnten Neubauten profitieren, da die Finanzierungskosten sinken und damit die Attraktivität von Neubauten gegenüber älteren, sanierungsbedürftigen Immobilien steigt.

Ob diese Steueränderungen jedoch kurzfristig zu einem massiven Preisanstieg führen werden, bleibt abzuwarten. Ein weiteres Augenmerk liegt auf den möglichen neuen Steuern für Zweitwohnungen, die in den kommenden Jahren eingeführt werden könnten.

Ausblick 2025: Ein moderater Preisanstieg von +3.0% bis +3.5%

Wie sieht es mit der Preisentwicklung für den Rest des Jahres aus? Trotz der steuerlichen Unsicherheiten und des begrenzten Neubauvolumens prognostizieren Experten einen Preisanstieg von rund +3.0% bis +3.5%. Der anhaltend niedrige Zinssatz sowie die starke Nachfrage halten den Markt stabil, auch wenn der Neubau hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Doch auch wenn sich der Markt in einem moderaten Aufwärtstrend bewegt, bleibt er nicht ohne Herausforderungen. Käufer, die sich heute in einem besonders wettbewerbsintensiven Markt umsehen, sollten schnell handeln. Verkäufer hingegen, die über den Verkauf ihrer Immobilie nachdenken, können sich weiterhin über eine solide Nachfrage freuen.

Fazit: Der Immobilienmarkt bleibt stabil – mit einem Hauch von Unsicherheit

Insgesamt lässt sich sagen: Der Schweizer Immobilienmarkt 2025 bleibt auf einem soliden, aber gemässigten Wachstumspfad. Preisanstiege sind weiterhin moderat, aber konstant. Die Steuerreform könnte jedoch zusätzliche Unsicherheiten und Möglichkeiten schaffen, vor allem für Käufer und Verkäufer von älteren Immobilien.

Für Käufer ist es eine gute Zeit, sich nach Angeboten umzusehen, bevor die Preise weiter steigen aber auch, um sich über die Auswirkungen der Steuerreform im Klaren zu sein. Verkäufer, die sich von ihrer Immobilie trennen möchten, können sich weiterhin über stabile Marktbedingungen freuen, sollten aber die regionalen Unterschiede und das begrenzte Neubauangebot im Auge behalten.

Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich der Markt im kommenden Jahr entwickeln wird. Doch eines ist sicher: Die Schweizer Immobilienlandschaft bleibt auch 2025 ein Markt der Stabilität, in dem jede Entscheidung gut überlegt sein will.

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